Wissenschaftliche Fakten zu zwei Mineralien — gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012
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Ein Erwachsener von siebzig Kilogramm trägt rund zweiundvierzig Liter Wasser mit sich. Das klingt nach einem Behälter, ist aber keiner. Die Flüssigkeit steht in mehreren, durch Membranen getrennten Räumen, und zwischen diesen Räumen wird ständig umverteilt — in einer Größenordnung von mehreren Litern pro Stunde, ohne dass davon nach außen etwas sichtbar wird.
Was diese Umverteilung bestimmt, sind nicht Pumpen für Wasser. Solche gibt es im menschlichen Körper nicht. Wasser folgt vielmehr den gelösten Teilchen, und welche Teilchen wo gelöst sind, hängt an einer Handvoll Ionen. Zwei davon — Kalium und Magnesium — sind in der Liste der von der EU zugelassenen Angaben vertreten. Sunstonefunke sammelt, was zum Flüssigkeitshaushalt des Menschen dokumentiert ist, und zitiert den Wortlaut dieser Angaben unverändert.
Etwa zwei Drittel des Körperwassers stehen innerhalb der Zellen. Der Rest verteilt sich auf die Flüssigkeit zwischen den Zellen und auf das Blutplasma, dazu kommen kleinere Mengen in Verdauungssäften, Gelenken und Hirnwasser. Die Grenze zwischen diesen Räumen ist keine Wand, sondern eine Membran, die Wasser passieren lässt und größere gelöste Teilchen zurückhält.
Daraus ergibt sich eine einfache Regel mit weitreichenden Folgen: Wo mehr Teilchen gelöst sind, sammelt sich mehr Wasser. Verschiebt sich die Teilchenzahl auf einer Seite, wandert Wasser hinterher, bis die Konzentrationen wieder gleichauf liegen. Der Wert, um den herum sich das einpendelt, liegt beim Menschen bei etwa 290 Milliosmol je Kilogramm.
Die Aufgaben sind zwischen den positiv geladenen Teilchen klar verteilt. Natrium liegt fast vollständig außerhalb der Zellen und bestimmt dort die Teilchenzahl. Kalium liegt umgekehrt zu rund achtundneunzig Prozent hinter den Zellmembranen; im Zellinneren erreicht es etwa 140 Millimol je Liter, im Blutserum dagegen nur 3,5 bis 5,0. Beide Verteilungen hält dieselbe Ionenpumpe aufrecht, die pro Arbeitsschritt drei Natriumionen hinaus und zwei Kaliumionen hineinbefördert.
Dieselbe Ladungsverteilung, die den Wassergehalt der Zellen bestimmt, ist auch die Voraussetzung für elektrische Signale in Nerven- und Muskelfasern. Die Europäische Union hat dazu zwei Angaben zu Kalium freigegeben, die getrennt voneinander gelten:
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Magnesium ist im Zellinneren nach Kalium das zweithäufigste Kation. Ein großer Teil davon liegt nicht frei vor, sondern an ATP und an Eiweiße gebunden. In den Membranen wirkt Magnesium als Gegenpart des Calciums an mehreren Kanälen mit und beeinflusst so, wie leicht geladene Teilchen die Seite wechseln. Zu diesem Zusammenhang hat die EU-Kommission genau eine Angabe zugelassen:
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Der Satz beschreibt einen Beitrag zu einem physiologischen Zustand. Er nennt keine Trinkmenge, keine Beschwerde und keine Personengruppe, und er lässt sich nicht auf ein anderes Mineral übertragen. Was darüber hinausgeht, wäre nach der Verordnung eine unzulässige Angabe — auch dann, wenn es fachlich plausibel klingt.
Jede Angabe gehört zu genau einem Mineral und wird hier im zugelassenen Wortlaut wiedergegeben. Der dritte Kasten nennt Zahlen zum Wasser selbst — für Wasser als Getränk gibt es in diesem Zusammenhang keine zugelassene Angabe.
Mengenelement · Referenzwert der Kennzeichnung 2.000 mg
Der Bestand eines Erwachsenen liegt bei etwa 135 bis 140 Gramm, der weitaus größte Teil davon in der Skelettmuskulatur. Weil im Blutserum nur ein Bruchteil zirkuliert, sagt ein Serumwert über den Gesamtbestand wenig aus. Pflanzliche Kost liefert Kalium reichlich, vor allem Wurzel- und Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Trockenobst; die Niere scheidet bei intakter Funktion über neunzig Prozent des Überschusses wieder aus.
Zwei zugelassene Angaben beziehen sich auf Kalium, jede für sich:
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Mengenelement · Referenzwert der Kennzeichnung 375 mg
Rund vierundzwanzig Gramm verteilen sich vor allem auf Knochen und Muskulatur; im Blut zirkuliert weniger als ein Prozent. Ergiebige Quellen sind Kerne, Nüsse, Vollkorngetreide und dunkelgrünes Gemüse. Beim Garen in reichlich Wasser geht ein Teil in die Kochflüssigkeit über.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Kein Mineral · keine zugelassene Angabe in diesem Kontext
Bei Erwachsenen macht Wasser etwa 55 bis 60 Prozent des Körpergewichts aus, bei Säuglingen deutlich mehr, im höheren Alter weniger. Es transportiert Gelöstes, führt Wärme ab und gibt Zellen ihre Form. Die Menge selbst ist keine Konstante, sondern das Ergebnis einer Bilanz, die jeden Tag neu aufgeht.
Einordnung
Die Referenzwerte der EU-Lebensmittelinformationsverordnung sind Kennzeichnungsgrößen. Sie stehen auf der Packung, damit sich Produkte vergleichen lassen, und beziehen sich auf eine durchschnittliche erwachsene Person: 2.000 Milligramm bei Kalium, 375 Milligramm bei Magnesium. Ein individueller Bedarf lässt sich daraus nicht ableiten — das ist Sache einer ärztlichen Beurteilung, nicht einer Prozentangabe auf einem Etikett.
Für den Flüssigkeitshaushalt kommen einige nüchterne Beobachtungen dazu:
Sunstonefunke gibt keine Verzehrempfehlung ab und bewertet keine Produkte. Diese Seite ordnet Physiologie und Rechtstext nebeneinander; welche Konsequenz jemand daraus zieht, gehört in ein ärztliches Gespräch.
Der Kurzbericht führt die Tabellen dieser Seite zusammen und stellt den Wortlaut der drei zugelassenen Angaben unverändert daneben — Raumverteilung des Körperwassers, Tagesbilanz, Gehalte nach Warengruppen.
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